Das Winckelmann-Museum lockt in diesem Frühjahr mit einer besonderen Ausstellung nach Stendal. In der Kleinen Galerie präsentiert das Museum etwa 50 erlesene Porzellane des 18. und 19. Jahrhunderts mit Antikendekor. Die als Stiftung an die Winckelmann-Gesellschaft übergebene Sammlung wurde von dem Hamburger Ehepaar Ingeburg und Sven Olaf Hoffmann über viele Jahre mit viel Leidenschaft zusammengetragen.
Mit der Erfindung des europäischen Porzellans in Meißen 1708 entwickelte sich in Europa eine neue elegante und stilvolle Tischkultur. Die in der Ausstellung gezeigten Exponate stammen zum großen Teil aus den herrschaftlichen Manufakturen in Meißen, Berlin (KPM) und Wien. Sie gehören einer Zeitphase an, in der nicht nur die Porzellanproduktion einen enormen Aufschwung erfuhr, sondern auch ihr Dekor sich vorzugsweise einer bestimmten Themenwelt widmete: der Antike. Gezeigt werden unter anderem Szenen und Gestalten der griechischen Mythologie wie Aphrodite und Amor, Apoll und die Musen, Daidalos und sein Sohn Ikaros. Auch der Kult um die Freundschaft oder Herrscherpersonen wie der preußische König Friedrich Wilhelm III und seine Frau Luise wurden als Dekor gewählt. Einige Bilder greifen Motive bekannter Gemälde auf, etwa solcher der berühmten Malerin Angelika Kauffmann. Zum Teil sind die Gefäße selbst auch nach Formen antiker Vorbilder gestaltet.
Das Winckelmann-Museum Stendal ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen und Führungen auf Anfrage. Eintritt Sonderausstellung: 4,50 Euro (normal), 3 Euro (ermäßigt).